Betriebskosten-Rechner für Eigentumswohnungen
Der Betriebskosten-Rechner von FlatWatch rechnet aus, was deine Eigentumswohnung pro Quadratmeter und Monat an Betriebskosten zahlt, und stellt diesen Wert dem Schnitt österreichischer Hauptmietwohnungen von 2,70 € gegenüber (Statistik Austria, Q2 2026) — für Eigentumswohnungen veröffentlicht in Österreich niemand einen Durchschnitt.
Du brauchst zwei Zahlen aus deiner Jahresabrechnung: die Wohnnutzfläche in Quadratmetern und die Summe der Betriebskosten für ein volles Jahr.
Heraus kommt dein Wert in Euro pro m² und Monat, die Differenz zum Vergleichswert und — wenn du darüber liegst — was dieser Unterschied im Jahr ausmacht.
Wie rechnet der Betriebskosten-Rechner?
Der Rechner teilt die Betriebskosten eines ganzen Jahres durch zwölf und dann durch deine Wohnnutzfläche. Aus 12 Monaten und einer Fläche in Quadratmetern wird ein einziger Wert, den man vergleichen kann: Euro pro m² und Monat.
Wohnnutzfläche ist die Fläche deiner Wohnung, nicht dein Miteigentumsanteil und nicht dein Nutzwert. Betriebskosten im Jahr ist die Summe der laufenden Aufwendungen für ein volles Kalenderjahr, wie sie in deiner Jahresabrechnung steht — ohne Rücklage, ohne Heizung und Warmwasser, ohne einmalige Sanierungen.
Den Vergleichswert veröffentlicht Statistik Austria quartalsweise, allerdings für Hauptmietwohnungen. Wir verwenden 2,70 € pro m² und Monat (Q2 2026), weil es für Eigentumswohnungen keinen veröffentlichten Wert gibt — siehe unten.
Warum ist das bei Eigentum anders als bei Miete?
Fast jeder Betriebskosten-Rechner in Österreich ist für Mieter gebaut, und Mieter rechnen nach einem anderen Gesetz. Im Mietrecht zählt ein fester Katalog (§ 21 MRG), was eine Vermieterin überhaupt weiterverrechnen darf. Im Wohnungseigentum gibt es diesen Katalog nicht: Nach § 32 WEG tragen die Eigentümer die Aufwendungen für die Liegenschaft, und das ist der weitere Begriff.
Aufgeteilt wird nach Miteigentumsanteilen — also nach Nutzwert, nicht nach Quadratmetern —, solange nichts anderes vereinbart oder gerichtlich festgelegt ist. Deshalb ist der Wert aus diesem Rechner eine Vergleichszahl und keine Kontrolle deiner Abrechnung: Er sagt dir, ob dein Haus insgesamt teuer ist, nicht ob dein persönlicher Anteil richtig berechnet wurde.
Abrechnen muss die Hausverwaltung trotzdem, und zwar nach § 34 WEG für jedes Kalenderjahr und spätestens sechs Monate nach dessen Ende.
Ein Rechenbeispiel mit echten Zahlen
Eine Wohnung mit 75 m² Wohnnutzfläche, Betriebskosten von 2.970 € im Jahr. 2.970 € durch zwölf sind 247,50 € im Monat, geteilt durch 75 m² ergibt 3,30 € pro m² und Monat.
Der Mietwohnungsschnitt liegt bei 2,70 €. Diese Wohnung zahlt also 0,60 € pro m² mehr — bei 75 m² sind das 45 € im Monat und 540 € im Jahr.
540 € sind kein Beweis für einen Fehler. Sie sind der Betrag, für den es sich lohnt, einmal nachzusehen, woraus er besteht.
Was zahlt eine durchschnittliche Mietwohnung in Österreich?
Der veröffentlichte Wert von 2,70 € pro m² und Monat, gerechnet für die üblichen Wohnungsgrößen:
| Wohnnutzfläche | Betriebskosten im Monat | Im Jahr |
|---|---|---|
| 50 m² | 135 € | 1.620 € |
| 60 m² | 162 € | 1.944 € |
| 75 m² | 202,50 € | 2.430 € |
| 90 m² | 243 € | 2.916 € |
| 120 m² | 324 € | 3.888 € |
Quelle: Statistik Austria, Betriebskosten für Hauptmietwohnungen, Q2 2026, Österreich gesamt.
Was diese Zahl nicht ist: Sie stammt aus der Mietenerhebung und beschreibt Mietwohnungen, nicht Eigentumswohnungen. Für Eigentum veröffentlicht in Österreich niemand einen vergleichbaren Durchschnitt, und Werte pro Bezirk gibt es öffentlich ebenfalls nicht. Wir rechnen dir keinen aus, den es nicht gibt. Als Größenordnung taugt der Wert, als Beweis nicht.
Den fehlenden Wert bauen wir selbst: aus den Jahresabrechnungen und Gebäudeangaben, die uns Eigentümer schicken — nach Bauperiode, Anzahl der Wohnungen, Lift und Garage. Veröffentlicht wird eine Kennzahl erst, wenn mindestens fünf Liegenschaften dahinterstehen. Wie das funktioniert, steht in unserer Datenschutzerklärung.
Was tun, wenn die Betriebskosten über dem Durchschnitt liegen?
Ein hoher Wert hat meistens eine harmlose Erklärung: Lift, Tiefgarage, Concierge, ein großer Garten, ein altes Haus. Interessant wird er erst, wenn niemand die Erklärung nennen kann.
Der nächste Schritt ist immer derselbe — sieh dir die größten Positionen an, nicht die Summe. Verlange die Belege zu den drei teuersten Zeilen; das Recht auf Einsicht in die Belege ist Teil der Abrechnungspflicht nach § 34 WEG. Vergleiche dieselbe Position mit dem Vorjahr. Und prüfe, ob Kosten in der Abrechnung stehen, die gar nicht alle betreffen.
Wir sehen uns deine Jahresabrechnung an und schicken dir einen kurzen Bericht: was fehlt und was du anfordern solltest. Im Early Access gratis.
Was zählt bei einer Eigentumswohnung zu den Betriebskosten?
Zu den Betriebskosten einer Eigentumswohnung zählen die laufenden Aufwendungen für die Liegenschaft: Versicherung, Grundsteuer, Wasser und Kanal, Müll, Rauchfangkehrer, Hausbetreuung, Strom für das Stiegenhaus, Lift- und Gartenpflege, Verwaltungshonorar. Nicht dazu zählen die Rücklage, Heizung und Warmwasser, wenn sie getrennt abgerechnet werden, und einmalige Sanierungen.
Wie werden Betriebskosten im Wohnungseigentum aufgeteilt?
Im Wohnungseigentum werden die Aufwendungen nach Miteigentumsanteilen aufgeteilt, also nach dem Nutzwert deiner Wohnung, solange die Eigentümer nichts anderes vereinbart haben oder ein Gericht etwas anderes festgelegt hat (§ 32 WEG). Der Nutzwert hängt mit der Fläche zusammen, ist aber nicht dasselbe: Lage, Zubehör wie Keller oder Garten und die Ausstattung fließen ein.
Wie oft muss die Hausverwaltung abrechnen?
Die Hausverwaltung muss einmal pro Kalenderjahr abrechnen und die Abrechnung spätestens sechs Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums vorlegen (§ 34 WEG). Für das Jahr 2026 heißt das: bis Ende Juni 2027. Kommt sie nicht, ist das kein Versehen, das man aussitzen muss — du kannst sie verlangen.
Gilt der österreichische Durchschnitt auch für Eigentumswohnungen?
Nur als Größenordnung. Der Wert von 2,70 € pro m² und Monat stammt aus der Mietenerhebung der Statistik Austria und beschreibt Hauptmietwohnungen. Für Eigentumswohnungen wird in Österreich kein vergleichbarer Durchschnitt veröffentlicht. Der Rechner vergleicht also dein Haus mit dem Mietwohnungsschnitt — ein brauchbarer Anhaltspunkt, aber kein Maßstab, auf den man sich vor Gericht beruft.
Ist der Betriebskosten-Rechner wirklich gratis?
Ja. Der Betriebskosten-Rechner rechnet sofort und verlangt weder Konto noch E-Mail-Adresse; deine Zahlen bleiben im Browser und werden nicht abgeschickt. Geld kostet erst das, was danach kommt — und die Eigentümer-Prüfung ist im Early Access ebenfalls gratis.
Weiter
Alle Rechner für Eigentümer findest du hier: Gratis-Rechner für Wohnungseigentümer. Wenn du wissen willst, was in deiner Jahresabrechnung überhaupt stehen muss, bevor du sie mit irgendetwas vergleichst, fang bei den Pflichtangaben an — und wenn dir das zu mühsam ist, sehen wir sie uns an.